Man muss diesen Haufen einfach lieben. Du guckst dir das Blood Meadow Cover an mit Sense, Grab und der düsteren Romantik einer Bergbeerdigung und erwartest schwere Kost über den Sinn des Lebens. Und dann drückst du Play und der erste Songtitel, der dir ins Gesicht springt, ist Salami Death Face oder Dickin Cider.
Genau dieser Kontrast macht den Charme von Rats get fat while brave men die aus. Blood Meadow nehmen den harten Macker Habitus, der im Hardcore oft peinlich ernst zelebriert wird, und ziehen ihm lachend die Hose runter. Musikalisch ist das hier aber absolut kein Witz, sondern ein 25 minütiger Wutausbruch, der genau weiß, wie er dich zum Bewegen bringt.
Die Jungs bauen ihre Songs wie eine wilde Achterbahnfahrt. Es gibt diese treibenden Passagen, bei denen das Tempo so anzieht, dass du automatisch anfängst, durchs Zimmer zu hüpfen. Das ist der Teil, wo auf Konzerten das Bier durch die Luft fliegt. Aber der eigentliche Trick sind die Vollbremsungen. Mitten im Chaos wird die Musik plötzlich extrem langsam, schwer und tief. Die Gitarren klingen dann nicht mehr melodisch, sondern wie ein rhythmisches Hämmern auf einen Amboss. Das sind die Momente, wo man das Gesicht verzieht und einfach nur noch schwer mit dem Kopf nickt.
Das Schlagzeug kennt dabei keine Gnade. Die Trommeln klingen nicht dumpf, sondern peitschen hell und aggressiv nach vorne, sodass der Takt immer klar durch den Lärm schneidet. Passend dazu gibt es am Mikrofon kein Gejammer, sondern pures, wütendes Gebrüll. Der Sänger schreit sich den Frust so direkt von der Seele, dass man fast schon Mitleid mit seinen Stimmbändern bekommt.
Einziger Haken? Der Spaß ist nach 25 Minuten vorbei. Gerade wenn man im Salami Death Face Modus warmgelaufen ist und das Wohnzimmer erfolgreich umdekoriert hat, ist Schluss. Das Album lässt einen hungrig zurück. Man will mehr von diesem Wahnsinn, kriegt aber nur knapp eine halbe Stunde auf die Mütze.
Fazit: Ein Hardcore Album wie ein Abend mit den besten Kumpels. Laut, chaotisch, Jungs mit Flausen im Kopf, aber verdammt unterhaltsam und handwerklich auf den Punkt.
Bewertung: 8/10
Spotify:
https://open.spotify.com/album/7lxUTJxyp7L9SLVPKm2xgG?si=Kz2PyXztQEOUlTTvRyC4qw
In diesem Sinne
Cheerz
Der Baer 🤘🏻🐻🤘🏻
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