Dunkelheit und Seelenfrieden

Veröffentlicht am 18. Jänner 2026 um 17:39

Friedhof-Romantik trifft für mich auf absolute künstlerische Freiheit

Black Metal ist für mich wie ein unzähmbares Biest. Ein Genre so eiskalt wie eine Nacht in einer einsamen Hütte in den winterlichen Bergen und trotzdem einer der kreativsten Orte die man in der Welt des Metal finden kann. Wer hier nur Lärm hört verpasst das Wesentliche. Es ist die tiefe melancholische Schönheit die in dieser klirrenden Kälte wohnt. Für mich bedeutet das die Freiheit den Schmerz nicht wegzulächeln. Man lernt hier die Dunkelheit nicht zu verdrängen sondern sie in eine ästhetische Form zu gießen die fast schon etwas Heiliges hat.

Natürlich kann man über Black Metal nicht reden ohne den Blick zurück in den lodernden Abgrund seiner Ursprünge in Norwegen zu werfen. Damals in den frühen 90ern war das Ganze noch gefährlicher und destruktiver und radikaler. Aus okkultistischer Besessenheit und purem Hass auf gesellschaftliche Normen wurden dort sogar Kirchen dem Erdboden gleichgemacht. Es war ein blutiger brennender Aufschrei gegen das Bestehende. Doch für mich ist es faszinierend zu sehen wie sehr sich dieses Chaos weiterentwickelt hat. Black Metal ist heute weit mehr als nur blinde Zerstörung. Er ist zu einer erwachsenen Kunstform gereift ohne dabei jemals seine Seele zu verraten.

In meiner Welt reicht die Palette heute von sphärischen fast schon spirituellen Klängen bis hin zu schmerzverzerrtem Schreien die durch die Zeit zu hallen scheinen. Man spürt in diesem Schrei oft eine ganz eigene fast erhabene Schönheit des Loslassens. Wenn ich mich mit Morbidität Depression oder Okkultismus beschäftige sind das für mich keine bloßen Klischees sondern Themen von einer düsteren faszinierenden Eleganz. Es ist die Poesie des Verfalls die einem zeigt dass selbst im tiefsten Schatten ein verborgenes Licht brennen kann.

Ich weiß natürlich dass nur wenige die wahre Anziehungskraft hinter dieser rohen Klanggewalt verstehen. Man braucht einen Sinn für eine Ästhetik die nicht gefallen will sondern die sich für mich einfach schmerzhaft echt anfühlt. Und klar ich bin ehrlich. Man muss das Ganze auch nicht immer bierernst nehmen. Die übersteigerte Theatralik und das Corpsepaint sind Teil eines rituellen Kults. Man setzt diese Masken auf um die Realität hinter sich zu lassen und für einen Moment in eine völlig andere Welt abzutauchen.

Am Ende ist Black Metal für mich einfach ein Zuhause für verlorene Seelen. Es ist die Schönheit der Unvollkommenheit und man findet gerade in der Isolation eine tiefe unsichtbare Verbindung. Es ist mein heiliger Ort an dem man die Dunkelheit nicht fürchten muss sondern sie zelebrieren darf. Wenn ich diese Kälte akzeptiere finde ich in dem tobenden Lärm eine seltsame absolut ehrliche Ruhe.

 

Das ist für mich Black Metal.

 

In diesem Sinne

 

Cheerz

 

Der Baer 🤘🏻🐻🤘🏻

 

 

Hier noch eine Playlist meiner Favoriten:

 

Black Metal Roar

 

Und eine der Besten, wenn nicht die beste Playlist:

 

Black Metal Essentials