Wenn Legenden verblassen ...

Veröffentlicht am 28. Jänner 2026 um 17:03

Man merkt es nicht nur am Sound, man spürt es überall. Es kriecht einem in die Knochen, sobald man vor der Bühne steht. Es hallt durch die leeren Hallen und brennt tief im Geist der Szene. Die Giganten, die Helden unserer Kindheit und Jugend, ziehen sich endgültig zurück oder werden uns einfach entrissen. Egal ob Alter, Gesundheit oder ein tragischer Unfall, es zerreißt einem das Herz. Wir wissen zwar, dass der Tod der einzige Takt ist, dem niemand entkommt, aber es tut trotzdem verdammt weh.

​Der Schmerz sitzt tief, besonders nach den letzten Jahren. Nehmen wir Ozzy. Er war nicht einfach nur ein Sänger. Er war die Seele von Black Sabbath und der wahre Prince of Darkness. Er hat uns gezeigt, was Heavy Metal überhaupt bedeutet. Dass er am 22. Juli 2025 mit 76 Jahren für immer die Augen geschlossen hat, hinterlässt eine Stille, die so laut ist, dass man sie kaum erträgt.

​Und es hört einfach nicht auf. Ace Frehley, unser Spaceman und Gitarrengott von Kiss, ist am 16. Oktober 2025 von uns gegangen. Kevin Riddles von Angel Witch hat uns im Sommer 2025 verlassen. Und vergessen wir nicht den Schock im August 2025, als Brent Hinds von Mastodon bei diesem verdammten Unfall ums Leben kam. Auch Paul Di'Anno, die erste rohe Stimme von Iron Maiden, musste uns schon Ende 2024 verlassen. Mit jedem dieser Namen stirbt ein Stück der Welt, wie wir sie kannten.

​Aber der Schmerz ist nicht neu, er ist ein alter Bekannter. Wir erinnern uns an Bon Scott, der schon 1980 viel zu früh ging. Seine Stimme bei AC/DC setzt aber für immer den Maßstab für puren Rock’n’Roll. Wir denken an Cliff Burton, das Bass-Genie von Metallica. Er wurde 1986 aus dem Leben gerissen, aber seine Melodien auf Master of Puppets sind unsterblich. Und Chuck Schuldiner, der Vater des Death Metal. Er hat Grenzen gesprengt, die andere nicht mal gesehen haben, bevor er 2001 viel zu jung starb.

​Dann sind da die, die den Sound härter und dunkler machten. Dimebag Darrell, der Gitarrengott von Pantera. Er starb auf der Bühne, genau dort, wo er am meisten lebte. Zusammen mit seinem Bruder Vinnie Paul ist der Groove jetzt im Jenseits wieder vereint. Jeff Hanneman von Slayer, der uns die aggressivsten Riffs der Geschichte schenkte. Und Peter Steele von Type O Negative, der „Green Man“. Seine tiefe Stimme und die düstere Romantik haben eine ganz eigene Gothic-Welt erschaffen.

​Nicht zu vergessen Randy Rhoads, der viel zu früh ging, aber dessen klassisches Spiel Ozzys Karriere erst möglich machte. Oder Malcolm Young, das rhythmische Herz von AC/DC, ohne den kein einziger Kopf nicken würde.

​Diese Legenden waren laut, sie waren wild und sie hatten diese unbändige Attitüde. Ozzy, Lemmy, Dio, Chuck, Cliff, Bon, Ace, Dimebag, Peter. Sie alle haben Wege geebnet, auf denen wir heute gehen. Ohne Chuck gäbe es keinen Technical Death Metal. Ohne Cliff würde der Thrash Metal heute anders klingen. Ohne Peter Steele wäre der Gothic Metal nicht so sexy und düster zugleich.

​Jetzt sehen wir zu, wie sich der Kreis schließt. Megadeth kündigen ihre Abschiedstour an und wir wissen, dass wir diese letzten Momente festhalten müssen wie einen Schatz. Es schmerzt. Aber gleichzeitig sehen wir das Licht, denn neue Bands stehen bereit. Sie nehmen den Staffelstab, den Chuck, Cliff und Dimebag fallen ließen, und tragen das Feuer weiter.

​Dass die Legenden gehen, bedeutet nicht, dass die Flamme erlischt. Sie wechselt nur die Hand. Jede Abschiedstour und jedes Gedenkkonzert ist ein Moment, in dem wir kurz innehalten, tief durchatmen und einfach nur „Danke“ sagen.

​Danke an euch alle. Ihr wart da, wo Geschichte geschrieben wurde. Ihr habt uns nicht nur Musik gegeben, sondern ein Lebensgefühl und eine Heimat. Euer Erbe lebt in jedem Riff, in jedem Circle-Pit und in jedem jungen Musiker weiter, der zum ersten Mal eine Gitarre in die Hand nimmt und versucht, so zu klingen wie ihr.

​Helden gehen, aber Legenden wie ihr bleiben für immer in unseren Herzen! 🤘🏻

 

In diesem Sinne 

Cheerz 

Der Baer 🤘🏻🐻🤘🏻