Savage Blood - Wheel of Time

Veröffentlicht am 30. November 2023 um 16:53

Osnabrück ist um ein weiteres Stück Musikgeschichte reicher. Denn dort haben es sich fünf Sachsen zur Aufgabe gemacht, dem Heavy Metal ein weiteres Mal zu huldigen. Nach einer EP, die den Bandnamen trägt, die 2016 herausgekommen ist und dem Album »Downfall« (2020), ist der am 16. 11. 2023 erschienene Longplayer »Wheel of Time« die dritte Veröffentlichung von »Savage Blood«. Schonungslos geht es mit »Battle Cry« direkt zur Sache, ein Affront an den schlechten Geschmack könnte man meinen, denn dieser hat auf dem Album nichts verloren. Hier jagt eine Kostbarkeit die andere. Verhungern muss damit also keiner. Das beweist auch die zweite Kampfansage »Warrior of the Fortress«, mit knackigen Riffs wird die Festung ohne Rücksicht auf Verluste verteidigt. Aber auch melodische Chorgesänge zum Mitsingen, heizen einen in dem Titel ein. Faust in die Luft und aus voller Kehle den Refrain mitfeiern kann nicht verhindert werden. Anderes wäre auch Sinn und – zwecklos. Der Song hat aber nicht nur alles, was man um sich episch zu fühlen braucht, er beinhaltet eines der besten von vielen genialen Solos auf dem Album. Kaum hat man die Kurze Verschnaufpause des Intros von »Oblivion« hinter sich, reißt einen der nächste powergeladene Riff mit. Dieser Track wird mit Sicherheit nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Was sich zuerst als Ballade zu entpuppen scheint, überrascht mit unbändigen Gewalten, die dort ans Licht kommen. Auch bei »Believer«, dem vierten Track, muss keiner vom Glauben abfallen. Die Jungs wissen nach sieben Jahren Bandgeschichte ganz genau, was sie tun. Was bei diesem Stück am meisten besticht, ist die Präsenz des Schlagzeuges, die von zweistimmigen Gitarrenriffs begleitet wird. “Make me a believer” spätestens jetzt hat das Album jeden Zuhörer gepackt. Die immer noch Ungläubigen sollen die Raben holen, während der Rest »Raven Crown« in vollen Zügen genießt. Dieser Titel ist einer der härteren, jedoch technisch nicht weniger anspruchsvollen Stücke auf dem Album. Mit einer düsteren, schweren und sehr basslastigen Einleitung, bricht dann »Lord of Darkness« über einen herein. Das Böse, nach dem er trachtet, ist beinahe am eigenen Leib zu spüren. Doch weisen ihn »Savage Blood« in die Schranken und retten die Welt vor der Dunkelheit. Die Dramatik, die sich bis zur Erlösung und des Dämons Tod abspielt, macht vor keinem Halt und lässt einen vollkommen in die Geschichte eintauchen. »Lost Memories«, der vorletzte Track auf dem Prunkstück, strengt die grauen Zellen an und man kommt etwas ins Schwelgen. Es erinnert daran, sich selbst nicht hängenzulassen und immer wieder aufzustehen. Egal, wie tief der Karren gerade im Dreck ist, es ist immer wert weiterzukämpfen, aber das ist jetzt Interpretationssache jedes Einzelnen. Was in diesem Track auch sehr heraussticht ist eines der bereits erwähnten Solos, bevor es ein letztes Mal in den Refrain geht. Das Schlusslicht bildet »Wheel of Time«, eine sehr kraftvolle Hymne, die dem Album auch den Namen gibt und einem fast schon wehmütig macht, dass es der letzte Track der Veröffentlichung ist. Ein letztes Mal hämmert alles, was die Band auf dem ganzen Album zu bieten hat, auf einen ein und verleitet bereits vor Schluss die Repeattaste zu drücken. Ich höre das Album jetzt gerade zum dritten Mal in Folge und es ist kein Ende in Sicht. Savage Blood hat eindeutig Suchtpotenzial und wird durch die viele etwas versteckten Finessen, die einem erst bei öfterem Hören auffallen, nicht langweilig. »Wheel of Time« ein Album, das es zu Ende des Jahres noch unter meine Favoriten 2023 geschafft hat.

In diesem Sinne

Cheerz

Der Baer 🤘🏻🐻🤘🏻

 

 


Bewertung: 5 Sterne
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