15 Jahre Wahnsinn: Im Gespräch mit Heavy Kevy von Insanity Alert

Veröffentlicht am 1. April 2026 um 18:00

​Fünfzehn Jahre Moshpits, fünfzehn Jahre geballte Energie und unzählige abgerissene Bühnen! Die Innsbrucker Thrash Metal Institution Insanity Alert feiert 2026 ihr großes Jubiläum. Grund genug, Frontmann Heavy Kevy abzufangen und ihm ein paar brennende Fragen zu stellen. Im folgenden Interview sprechen wir über die wilden Anfänge, den ständigen Bedarf an Bastelstunden für Bühnenrequisiten, kulinarische Fast Food Träume und warum ein bestimmtes Mittelchen auf keiner Tour mehr fehlen darf.

​Viel Spaß beim Lesen!

Der Baer: Der Rückblick. 2026 markiert exakt 15 Jahre Insanity Alert. Wenn ihr heute auf eure jüngeren Ichs von 2011 trefft, als ihr in Innsbruck gerade losgelegt habt, was würden die wohl zu den Bühnen sagen, auf denen ihr heute steht (wie das Hellfest oder große Mainstages)?

Heavy Kevy: Ich hätte mich bestimmt angeschissen. Und ich hätte es überhaupt nicht geglaubt. Shows auf dem Hellfest oder in Wacken sind immer noch schwierig zu glauben. Aber ich bin sehr stolz auf das, was wir erreicht haben.

Der Baer: Die Entwicklung. Ihr seid als Party Thrash Band gestartet. Hat sich eure Definition von Party in anderthalb Jahrzehnten verändert, jetzt wo man vielleicht nicht mehr jeden Kater so leicht wegsteckt wie in den Anfangstagen?

Heavy Kevy: Meine Vorbereitung ist viel besser, und auch die Aftercare hat sich sehr entwickelt, aber Party ist noch immer Party. Und Gott sei Dank gibt es Samarin.

Der Baer: Nach der Parodie. Mit der Moshemian Thrashody EP habt ihr Queen und Maiden durch den Crossover Wolf gedreht. War das ein einmaliger Ausflug in die Cover Welt, oder juckt es euch in den Fingern, noch heiligeren Kühen des Rock den Kopf abzubeißen?

Heavy Kevy: Eigentlich hat unsere Band mit einer Thrash Version von Iron Maidens “Run To The Hills” angefangen. Unsere Version heißt “Run To The Pit” und ist über die Jahre ein bisschen unsere Hymne geworden. Moshemian Thrashody war für mich sozusagen ein Level Up. Und wir haben noch sehr viele Ideen! Wichtig ist halt: Tribute statt Parodie.

Der Baer: Songwriting Dynamik. Du bringst oft die verrückten Konzepte und Texte, die Instrumentalfraktion liefert das Riff Gerüst. Gab es mal eine Textidee von dir, bei der selbst ihr gesagt habt: "Nein, das ist zu absurd, das können wir nicht bringen"?

Heavy Kevy: Fix, 99 Prozent von dem, was ich mir ausdenke, werden die Thrasher weltweit nie erreichen, und das ist gut so!

Der Baer: Die Requisiten Logistik. Ein Insanity Alert Konzert ist ohne den Einsatz eurer berühmten Pappschilder (z.B. bei "Run to the Pit" oder "Saufi Saufi") kaum denkbar, mit denen ihr das Publikum dirigiert. Wer von euch ist eigentlich der Bastel Beauftragte für diese Kunstwerke, und wie oft müssen die Schilder nach einer wilden Show repariert oder neu geklebt werden?

Heavy Kevy: Für diese modernen Picassos bin ich selber zuständig. Und diese werden vor jeder Show neu gemacht. Auf einen Sponsordeal mit Obi, Bauhaus oder Hornbach warte ich schon seit vielen Jahren.

Der Baer: Heimat Kontrast. Innsbruck ist weltbekannt für Berge und Tourismus, weniger für Thrash Metal. Hilft diese idyllische Kulisse dabei, aggressiveren Sound zu schreiben, einfach als Ventil zum Heile Welt Image?

Heavy Kevy: Haha, schwer zu sagen! Vielleicht unbewusst schon, aber dumme Leute und Ärger gibt es halt auch in Tirol. Dafür ist es hier immer gut zum Runterkommen nach einem Weekend voll Thrash und Party.

Der Baer: Das Maskottchen und Franchise. Die Moshburger Ästhetik und das Krabben Monster sind ikonisch geworden. Wenn Insanity Alert ein eigenes Fast Food Franchise eröffnen würde, was wäre das Signature Dish, das man dort kaufen MUSS?

Heavy Kevy: Der Moshburger ist unser Whopper beziehungsweise Big Mac, eh klar! Und dann gibt es Slimy Nuggets, einen 420 Salad, Do You Wanna Fries? und einen veganen Alles Kaputt Shake.

Der Baer: Internationales Publikum. Ihr spielt extrem viel im Ausland, besonders in Frankreich und Spanien wird euer Sound gefeiert. Versteht das internationale Publikum den speziellen österreichisch holländischen Humor anders als die Fans daheim im p.m.k?

Heavy Kevy: Zum Glück spreche ich nach drei Bier fast alle Sprachen, so kommen auch außerhalb unserer Hometown unsere Songs und Messages gut an. Sogar in Deutschland!

Der Baer: Tour Leben 2026. Ihr seid aktuell wieder auf Tour. Was ist das eine Item, das im Jahr 2026 auf eurem Rider im Backstage keinesfalls fehlen darf, abgesehen von Bier?

Heavy Kevy: Samarin.

Der Baer: Die Bucket List. Nach 15 Jahren, mehreren Alben und unzähligen Moshpits: Welches total absurde Ziel habt ihr noch nicht erreicht, steht aber ganz oben auf der Wunschliste?

Heavy Kevy: Eine Tour in Südostasien steht sehr hoch auf meiner Liste! Thailand, Vietnam, Kambodscha. Früher haben wir auch von den USA geträumt, aber da warten wir auf bessere Zeiten.

Danksagung:

Ein riesiges Dankeschön an Heavy Kevy, dass er sich mitten im Tourstress die Zeit für meine Fragen genommen hat! Ich gratuliere der gesamten Band zum großen Jubiläum und freue mich auf unzählige weitere Moshpits, fliegende Pappschilder und feinsten Thrash Metal. Auf die nächsten fünfzehn Jahre!

In diesem Sinne

​Cheerz,

Der Baer 🤘🏻🐻🤘🏻