"Knight's Death" war erst der Anfang: Die Wiedergeburt des Re Quest-Sounds.

Foto: ©Re Quest

In diesem exklusiven Interview spreche ich mit der Band Re Quest über ihren Neuzugang Mario, den spannenden Prozess ihres Dual-Vocal-Konzepts sowie den aktuellen Stand ihres bevorstehenden Debütalbums. Außerdem geben sie mir Einblicke in ihre Vorbereitungen für kommende Live-Auftritte und die lokale Tiroler Metal-Szene.

Metalbaer: Ihr habt Re Quest 2021 aus der Taufe gehoben. Mittlerweile hat sich einiges getan und seit kurzem verstärkt Mario als Shouter euer Line-up. Wie kam es zu diesem Neuzugang und wie hat sich die Banddynamik – speziell das Zusammenspiel mit Anja an den Vocals – dadurch verändert?

Re Quest: Wir überlegten schon des Längeren, zur Ergänzung von Anja und als Kontrast zu ihrer weiblichen Stimme einen härteren Gegenpart hinzuzufügen. Es war längere Zeit nicht klar, ob diese Aufgabe aus den bestehenden eigenen Reihen übernommen werden sollte oder ob wir jemanden von außerhalb dazuholen, da wir ja bereits zu fünft waren. Durch einen glücklichen Zufall stieß Manu, unser Bassist, auf Mario.

Mario musste nicht lange überredet werden und wurde sehr schnell zu einem fixen Mitglied der Band. Das hatte nicht nur zur Folge, dass die Frontline dynamischer und härter wurde, sondern auch die Arbeit innerhalb der Band neuen Aufwind bekam. So lässt sich an dieser Stelle nur sagen, dass sein gesamtes Engagement für die Band einen starken Impact auf die gesamte Truppe hat.

Metalbaer: Ihr steht für Modern Melodic Metalcore mit einem durchgängigen Dual-Vocal Konzept. Eure Songs waren ja eigentlich schon komplett fertig, bevor Mario überhaupt mit ins Spiel kam. Wie lief der Prozess ab, ihn und seine Shouts nachträglich in das bestehende Material einzubauen, damit das am Ende so fett aus einem Guss klingt?

Re Quest: Zum einen wurde Mario anfangs durch das gesamte Repertoire der bestehenden Songs geführt, damit er eine grobe Orientierung über den Ist-Zustand bekommen konnte. Da wir insgesamt die Richtung verfolgen, dass sich jeder auf seine eigene Art und Weise in die Band einbringen kann, haben wir ihm freie Hand gegeben, Ideen zur Ergänzung der bestehenden Songs einzubringen und diese hauptsächlich mit Anja abzustimmen.

Mario ist, so muss kurz erwähnt werden, ein Newbie im Bereich der Musik und musste neben den Proben auch Gesangs-/Growl-Unterricht nehmen. Er ist jedoch mit einem starken Gefühl für unsere Songs und sehr guten Ideen an die ganze Sache herangegangen, sodass das relativ schnell zum Selbstläufer wurde und er sich vom Neuling schnell zu einem voll mitwirkenden Mitglied entwickelte.

So war diese Integrationsphase sehr entspannt und fühlte sich nicht nach Mehraufwand an. Nahtlos könnte man es bezeichnen. :)

Metalbaer: Neben den Live-Gigs arbeitet ihr sicherlich an neuem Material. Was steht bei Re Quest aktuell auf dem Plan? Dürfen wir uns in naher Zukunft auf eine EP oder ein komplettes Album freuen?

Re Quest: Wir sind aktuell IMMER NOCH bei der Arbeit an unserem ersten Album. Leider sind diese Aufwände für eine Hobbyband nicht immer klar abzuschätzen. Auf der anderen Seite ist das auch etwas Gutes, denn so haben wir jetzt die Möglichkeit, das Album inklusive Mario zu vollenden.

Weiters sind wir ständig dabei, unsere Setlist zu erweitern. Aktuell arbeiten wir an mehreren neuen Ideen, die wir ohne Umschweife bei den kommenden Konzerten mitbringen werden.

Metalbaer: Am 24. Oktober werdet ihr zusammen mit Greyback und Eternally Blinded die Livestage in Innsbruck ordentlich zerlegen. Wie bereitet ihr euch auf solche Gigs vor und auf was für eine Show dürfen sich die Leute an dem Abend einstellen?

Re Quest: In erster Linie versuchen wir, ein paar Wochen vor dem Konzert die Setlist einzustudieren, damit musikalisch alles sitzt. Weiters möchten wir vermehrt an einer Bühnenshow arbeiten, damit wir live auch etwas zum Sehen und nicht nur zum Hören bieten können.

Insbesondere für das Alpine Assault haben wir schon einige Ideen, und nicht nur wir, sondern auch Greyback und Eternally Blinded sind ganz heiß darauf, einen starken Abend für alle Metalbegeisterten zu bieten. Es lohnt sich, vorbeizuschauen und mit uns gemeinsam den Metal hochleben zu lassen, aber auch ein „Bierli“ mit uns zu trinken.

Metalbaer: Ihr seid ja fest im alpinen Underground verankert. Was läuft eurer Meinung nach aktuell richtig gut in der lokalen Szene und was würdet ihr euch für die Zukunft wünschen?

Re Quest: Wir denken, dass jeder die Szene etwas anders erlebt, somit können wir die Frage auch nur aus unserer persönlichen Sicht beantworten. Wenn man die Szene auf zwei Bestandteile aufteilt, dann kann man sagen, dass eine deutliche Dynamik von den Leuten zu spüren ist. Bei unseren Konzerten in Tirol merkt man stark, dass großes Interesse an Veranstaltungen und den damit verbundenen Bands besteht.

Das ist natürlich besonders für uns als Band wichtig und eine starke Motivation. Für die Zukunft wünschen wir uns einfach Unterstützung in Form der Anwesenheit der Community bei unseren Konzerten, denn das ist einer der größten Gründe, eine Band aufrechtzuerhalten und weiterhin an neuen Ideen zu arbeiten.

Auf der anderen Seite stehen die Veranstaltungen selbst, die unseres Erachtens durchaus regelmäßig im Oberland stattfinden. Natürlich könnte es gerne noch mehr davon geben, aber die Möglichkeiten sind definitiv vorhanden. Besonders im Raum Landeck ist hier Rock Inn e. V. mit seinen vier Veranstaltungen im Jahr hervorzuheben. Aber auch kleinere beziehungsweise unabhängig organisierte Veranstaltungen zeigen immer wieder Präsenz, was wir sehr cool finden.

Unterm Strich ist es auch hier wie auf jedem anderen Markt: Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Daher ist es für uns alle wichtig, auch die Veranstaltungen zu besuchen und zu unterstützen, die bereits stattfinden. Da muss sich jeder ein Stück weit selbst an der Nase nehmen und vielleicht auch einmal öfter seine Comfort-Zone verlassen. :)

Metalbaer: Zum Schluss mal ein Blick in die Zukunft: Wenn ihr euch aussuchen könntet, als Support-Act mit einer absoluten Wunsch-Band auf große Tournee zu gehen – wer wäre das und warum genau diese Truppe?

Re Quest: Der größte Wunsch ist für uns vor allem, bei vollem Haus vor einem Publikum zu spielen, das bei unseren eigenen Songs richtig abgeht. Dabei spielen Größe und Ort der Venue keine Rolle.

Ein herzliches Dankeschön an Re Quest für das sympathische und ausführliche Gespräch! Ich drücke der Band weiterhin fest die Daumen für die Fertigstellung ihres ersten Albums und freue mich schon darauf, sie live auf der Bühne zu erleben.

In diesem Sinne

Zåmhebn!

Mitanånd sei mer baerenstårk. 🤘🏼🐻🤘🏼