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Greyback - Nightmare (Side A)

Nach ihrem sehr vielfältigen Debüt „Built for Need“ haben Greyback am 6. Februar eine neue EP veröffentlicht. Diese fungiert als Compilation ihrer seit dem Album erschienenen Singles – „Seeds I Have Sown“, „Bleeding Truth“, „Break the Chains“ sowie „Critical Mass“ – und wird durch den zusätzlichen Track „Nightmare“ abgerundet, der der EP schließlich auch ihren Namen gab.

Was sich im Vergleich zum Debüt auf keinen Fall verändert hat (und was ich persönlich sehr gut finde), ist die Tatsache, dass man immer noch nicht so wirklich weiß, wo die Tiroler mit ihrer Musik eigentlich hinwollen. Sich auf diese Reise einzulassen und das selbst zu erkunden, macht auf alle Fälle großen Spaß.

Was ich jedoch unweigerlich festgestellt habe: Diese EP klingt ein gutes Stück „erwachsener“ als ihr Vorgänger. Das beginnt schon gleich beim ersten Titel. Eine derart schwarze, tiefschürfende Energie hätte ich von Greyback nicht erwartet. Nicht, dass ich es ihnen nicht zugetraut hätte, aber gleich der Opener liefert einen dieser Überraschungsmomente, von denen ich oben bereits gesprochen habe. Man merkt sofort, dass sich beim Songwriting viele Gedanken gemacht wurden. Ich will an dieser Stelle gar nicht zu viel vorwegnehmen, aber es lohnt sich definitiv, bei jedem einzelnen Song genauer hinzuhören.

Musikalisch treffen hier postmoderne Einflüsse auf Elemente aus oldschooligem Death Metal. Auch die Texte wirken auf mich stark sozialkritisch und keineswegs nur so dahingesagt. Hier werden echte Geschichten und vielleicht auch die ein oder andere persönliche Erkenntnis eindrucksvoll vertont.

Fazit:

Mit „Nightmare“ liefern Greyback eine EP ab, die zeigt, dass die Band nicht auf der Stelle tritt, sondern sich hörbar weiterentwickelt hat. Die Tiroler bewahren sich ihre musikalische Unberechenbarkeit, klingen aber gleichzeitig reifer, düsterer und durchdachter. Einen kleinen Abzug in der Gesamtwertung gibt es für mich lediglich aus zwei Gründen: Zum einen bekommen wir – da es sich größtenteils um eine Compilation bereits bekannter Singles handelt – streng genommen nur einen komplett neuen Song serviert. Zum anderen sorgt die stilistische Unberechenbarkeit zwar für Spannung, lässt aber manchmal den ganz straffen roten Faden auf der EP etwas vermissen.

Das ist jedoch Meckern auf hohem Niveau, denn die Qualität der einzelnen Tracks spricht absolut für sich und macht definitiv Lust auf mehr. Und apropos „mehr“: Dass die EP den kleinen Zusatz „Side A“ im Titel trägt, lässt mich unweigerlich aufhorchen. Meine ganz persönliche Interpretation dazu ist, dass uns hier vielleicht eine direkte musikalische Fortsetzung erwarten könnte. Ob da in absehbarer Zeit wirklich eine „Side B“ auf uns zurollt? Man darf jedenfalls sehr gespannt sein!

Bewertung: 7,5 / 10 Punkten

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