Blightbringer | Guyød - Selftitled Split EP

Zwei heimische Underground-Schwergewichte vereinen sich zur totalen Finsternis

Band: Blightbringer & Guyođ

EP: Blightbringer | Guyođ (Split)

Release: 13. Oktober 2026

Genre: Black Metal, Death Doom Metal

Formate: CD, Tape, Digital

Herkunft: Sankt Veit an der Glan (Kärnten) & Steiermark, Österreich

Einleitung & Artwork

Eine verschwommene, leidende Seele in der Dunkelheit, nur ganz zart beleuchtet von einem unheilvollen Vollmond. Das zeigt die Schwere der neuen Veröffentlichung von Blightbringer und Guyođ, deren passendes Cover-Artwork von Ginkherl stammt. Dass dies keine leichte Kost werden wird, war mir bereits klar, als ich erfahren habe, dass diese zwei Bands zusammen eine Split-EP herausbringen.

​Musikalischer Stil & Atmosphäre

Hier trifft Kopfkino auf Naturgewalt. Zwei Welten prallen aufeinander und ergänzen sich grandios. „Eine EP mit neun Tracks klingt vom Umfang her fast schon nach einem Longplayer“, war mein erster Gedanke. Doch fünf der neun Songs sind kurze instrumentale Einleitungen, die perfekt die Stimmung der folgenden Stücke aufbauen. Bereichert durch die Drones von Charly Steinpatz, ziehen sie den Hörer gemeinsam mit den druckvollen Nummern unweigerlich in die Tiefe. Diese Brecher unterteile ich dann auch in zwei Kategorien: Blightbringer mit ihren treibenden Black-Metal-Riffs und Guyođ mit ihren schweren, doomigen Gitarrenwänden, die sich wie Ertrinken anfühlen. Um es bildlich darzustellen: Blightbringer reißen Krater in der Erde auf und Guyođ zieht dich dann hinein – oder besser gesagt, tief hinunter. Aber anstatt sich in diesem Szenario unwohl zu fühlen, fühlt man sich irgendwie verstanden und zu Hause. Guyođ haben ja bereits mit "Death Throes of a Drowning God" auf ganzer Linie überzeugt. Ihre unverkennbar abgründigen Klänge bedeuten extreme Tiefe, dröhnende Riffs und höhlenartige Growls. Diese pechschwarze, erdrückende Atmosphäre ist sicher ein großer Teil des Charakters dieser EP.

​Thematik & Texte

Misanthropie und der unweigerliche Fall in die Bedeutungslosigkeit – das sind für mich die Grundthemen dieser EP. Die Stimmung vermittelt ein Konzept des Loslassens und des Einswerdens mit dem Abgrund. Am klarsten wird dies bei Titeln wie "Demon of Spite" oder "Throne of Want" verdeutlicht. Auf dieser tiefgründigen Reise bleibt der Spaß bewusst auf der Strecke.

​Sound & Produktion

Bei dieser Produktion legen beide Bands großen Wert auf Authentizität und einen rohen Klang. Das soll aber nicht heißen, dass es der EP an Druck fehlt. Die Aufnahmeprozesse unterstreichen den Charakter beider Projekte perfekt: Blightbringer ließen in den Doom Studios Linz aufnehmen, gemischt wurde von Markus Matzinger und das Mastering übernahm die Tonmeisterei Oldenburg. Guyođ hingegen wählten für ihre Instrumente eigene unterirdische Gewölbe, während die Vocals im Lakewood Studio Graz aufgenommen wurden, bevor MDB den Mix und Dario Köstinger das Mastering übernahmen. Von den massiven Doom-Wänden bis hin zu den treibenden Black-Metal-Passagen bietet dieser Release alles für einen entspannten, nachdenklichen Herbstabend. Hier kann man sich wunderbar berieseln und seinen Gedanken freien Lauf lassen.

​Das Fazit

Diese Split-Veröffentlichung ist ein massives Statement des heimischen Undergrounds für wahre Kenner. Hier treffen zwei Mächte der Extreme aufeinander und vermischen sich zu einer Symbiose, die schwärzer und düsterer nicht sein könnte. Dieses Zusammenspiel aus rasendem Black Metal und Death Doom funktioniert für mich hervorragend und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Jeder, der es finster und drückend haben möchte, sollte sich diese EP anhören.

Meine Wertung: 6,66 / 10 Punkte

In diesem Sinne

Zåmmhebn!

...weil mitanånd sei mer baerenstårk!🤘🏼🐻🤘🏼